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Auf einem
der schönsten Punkte des Untereichsfeld, dem Höherberg ( 250 Meter ), liegt die Wallfahrtskapelle zu den Vierzehn Heiligen Nothelfern.
 
Pfarrer August Vocke, der zu dieser Zeit der ortsansässige Pfarrer war, hatte schon immer eine Vorliebe für die vierzehn heiligen Nothelfer
gehabt und wollte ihnen durch den Bau einer Kapelle einen geeigneten Ort schaffen, wo auch andere zur Verehrung ermuntert werden.
Während einer Choleraepidemie, die von Gieboldehausen im Jahre 1850 ausging, starben allein in Wollbrandshausen ca. 40 Personen. Diese Epidemie
vertiefte in dem Pfarrer den Wunsche auch andere zur Verehrung dieser Heiligen zu ermuntern. In dieser Zeit der Bedrängnis faßte der damalige
Pfarrer zu Wollbrandshausen, August Vocke ( 1846 - 1865 ) den Entschluß den vierzehn heiligen Nothelfern auf dem Höherberg eine Wallfahrtskapelle
zu errichten um die Verehrung dieser Heiligen im Eichsfeld noch mehr zu fördern, als es bisher schon der Fall war, nur fehlte es ihm noch immer an
den nötigen Mitteln zur Ausführung seines Bauplans.
Mit 150 Reichstalern, die der Pfarrer von einer Mutter gespendet bekam,
deren Tochter durch den seelischen Beistand von einer schweren Hirnhautentzündung geheilt wurde und die aus Dankbarkeit der Geistlichkeit diese Summe
spendete und mit einer geringen Barschaft wurde dies kleine Kirchlein gebaut.
Unter dem 11. Dezember 1856 teilt der Bischof Eduard
Jakob von Hildesheim im Auftrag des Papst Pius IX. dem Pfarrer Vocke und der gesamten Vierzehn Heiligen Bruderschaft die Bewilligung aller Gnaden und
Ablässe wie die in Frankental mit.
Bischof Eduard Jakob weihte am 21. Juni 1856 zu Ehren der unbefleckt empfangenen Jungfrau
Maria und der vierzehn heiligen Nothelfer dieses kleine Kirchlein. Somit genießt der Höherberg Wallfahrtsort und die daselbst kanonisch
errichtete vierzehn heilige Bruderschaft all dieselben Gnaden und Ablässe wie die in Frankental.

geschrieben von Rüdiger Pump

In Wollbrandshausen gab es bis Ende der 50er Jahre
einen Glockenturm. Zur Geschichte möchte ich folgendes anmerken:
Glockengießer arbeiteten auf Wanderschaft. Dies war noch
bis in das 19. Jahrhundert hinein so. Wenn also die Arbeit beendet war, zog man zum nächsten Dorf in dem eine Glocke gegossen werden sollte. Man
errichtete in der unmittelbaren Nähe der Kirche einen Schmelzofen und stellte Gußformen und Modelle für die Verziehrungen her. So wurden
dann wirkliche Meisterwerke gegossen.
Die Glocken mußten in der Nähe der Kirche gegossen werden um einen langen Transport
zu verhindern und um jeden Betrug auszuschließen, das auch alles an gestifteten Erz verarbeitet wird. Man darf dabei nicht vergessen, daß eine
Glocke fast teurer war, wie die gesamte Kirche.
In Wollbrandshausen hat ein gewisser Herr Jakob Pape aus Erfurt die erste Glocke 1636
gegossen. Es befand sich auch noch neben dieser Glocke eine zweite Glocke ohne jegliche Inschrift. Sachverständige schätzten diese Glocke als die
älteste Glocke des ganzen Eichsfeldes.
1944 wurden dann die Glocken aus dem Turm abgebaut und sollten als Kanonenfutter
eingeschmolzen werden.
Das Holz lagerte erst einmal bei einem Wollbrandshäuser Landwirt, bis es dann bei einer Familie aus dem Ort
verarbeitet wurde und eines ihrer Zimmer ziert.
Die Glöckner damals waren Wilhelm und Aloys Schwedhelm. Sie waren immer fein
angezogen und Wilhelm hob immer ein Stück beim Läuten vom Boden ab.

Heute steht an der Stelle des Glockenturms der
Informationskasten der Kirche und des Frauenvereins.
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